August 28, 2009
Aus is
09:11
So schnell kann es gehen. Ich weiß noch genau, wie ich vor 14 Monaten in Dillingen a.D. in der Bundeswehrkaserne stand, mit meinem ganzen Gepäck, bei 35°C im Schatten und darauf wartete, dass meine Personalien aufgenommen, ich also "Eingeschleust" werde. Als der Feldwebel uns barsch anmeckerte "Richten Sie sich entlang der Fuge direkt vor mir aus!", dachte ich mir damals noch "Ähm, hat der 'nen Knall? An einer Fuge ausrichten? Freak." Die folgenden 3 Monate sollte ich noch viel mehr als nur das Ausrichten an Fugen lernen...
Ja, die Bundeswehr. Es war eine schöne Zeit. Die 3 Monate Allgemeine Grundausbildung waren zwar sehr hart - physisch und psychisch - aber es war geil. Es hat einen riesen Spaß gemacht, man lernte so viele militärische Dinge, man lernte wahre Kameradschaft kennen, man bekam wirklich seine Grenzen gezeigt, wie man sie sonst im normalen Leben eigentlich nie gezeigt bekommt (egal wie fertig man ist, man kann sich noch weiter pushen).
Die folgenden 11 Monate waren ebenfalls sehr genial. Nach dem abgeschlossenen Abitur hatte ich die Schnauze bis oben hin voll, nach 14 Jahren Lernen, Lernen und nochmals Lernen. Ich brauchte eine Auszeit von Schule, Pauken und Klausuren. Der Bund war dafür genau die richtige Pause. Ich war in einem regulären Arbeitsverhältnis, erledigte Büroarbeit wie in vielen anderen Berufen auch, arbeitete während der Zeit mit vielen sehr netten und interessanten Menschen zusammen. Man lernte jede Art Mensch kennen; von arm bis reich, von - na ja - blöd bis intelligent, von schlampig bis perfekt, von Ost bis West und von Nord bis Süd. Mein Menschenbild hat sich extrem erweitert und wurde vervollständigt. Die Arbeit war überwiegend "entspannt", mit gelegentlich stressigen Momenten - darf ja auch nicht fehlen. Zwischendurch immer mal eine Übung oder Ausbildung. Raus aus dem Büroalltag, rein ins Grüne, "Krieg spielen". Die Bundeswehr brachte mir die erhoffte Entspannung von der Schule, brachte mir persönlich, charakterlich sehr viel und es machte mir einfach Spaß.
Es war für mich persönlich schon ein denkwürdiger Moment, als ich am vorvorletzten Tag im Büro saß und mit meinem Bw-Taschenmesser das Bataillonsabzeichen von meinem rechten Oberarm an der Feldbluse wieder abtrennte. Ein noch klarer Schnitt war dann die Abgabe der gesamten Ausrüstung. Spätestens dann war einem klar: Das war's.
Die letzten zwei Tage bin ich hier nun in Zivil rumgesprungen. Ungleich vieler anderer Entlasser habe ich weiterhin meinen Dienst so wie die ganzen Monate vorher auch getan. Nicht umsonst habe ich meinen Wehrdienst freiwillig um 5, auf insgesamt 14 Monate erweitert. Ich diente gerne Deutschland, es machte mir Spaß, ich entschied mich länger zu bleiben. Daher kann ich es nicht nachvollziehen, wenn die Entlasser in der letzten Woche sich immer benehmen wie die Vollidioten. Nur noch Saufen, Randale machen, rumgröhlen und Scheisse bauen. Das Beste ist dann immer, wenn da sogar noch die freiwillig verlängerten dabei sind. Warum verlängert ihr, wenn euch das alles ankotzt und ihr kaum erwarten könnt, auszuscheiden? Besonders, da ihr binnen 4 Wochen eine Verlängerung jederzeit wieder auf die aktuelle Dienstzeit kürzen könnt. Bei den normalen Grundwehrdienstleistenden kann ich es ja vielleicht noch verstehen, aber selbst da mangelte es dann wohl an Selbstinitiative, um sich wirklich mal zu informieren, wo man denn da hinkommt, bei der Bundeswehr. Man hätte ja auch Zivildienst machen können...
Dennoch. Ich war gerne Soldat, wäre es auch gerne weiterhin (bin es aber aufgrund einiger Punkte nicht, die Bundeswehr ist halt in meinen Augen auch nicht 100% eine runde Sache) und ich werde die Bundeswehr und ganz besonders die 4. Kompanie des Feldjägerbataillons 452 vermissen. Kameraden, es war klasse mit euch!
Horrido!
Ja, die Bundeswehr. Es war eine schöne Zeit. Die 3 Monate Allgemeine Grundausbildung waren zwar sehr hart - physisch und psychisch - aber es war geil. Es hat einen riesen Spaß gemacht, man lernte so viele militärische Dinge, man lernte wahre Kameradschaft kennen, man bekam wirklich seine Grenzen gezeigt, wie man sie sonst im normalen Leben eigentlich nie gezeigt bekommt (egal wie fertig man ist, man kann sich noch weiter pushen).
Die folgenden 11 Monate waren ebenfalls sehr genial. Nach dem abgeschlossenen Abitur hatte ich die Schnauze bis oben hin voll, nach 14 Jahren Lernen, Lernen und nochmals Lernen. Ich brauchte eine Auszeit von Schule, Pauken und Klausuren. Der Bund war dafür genau die richtige Pause. Ich war in einem regulären Arbeitsverhältnis, erledigte Büroarbeit wie in vielen anderen Berufen auch, arbeitete während der Zeit mit vielen sehr netten und interessanten Menschen zusammen. Man lernte jede Art Mensch kennen; von arm bis reich, von - na ja - blöd bis intelligent, von schlampig bis perfekt, von Ost bis West und von Nord bis Süd. Mein Menschenbild hat sich extrem erweitert und wurde vervollständigt. Die Arbeit war überwiegend "entspannt", mit gelegentlich stressigen Momenten - darf ja auch nicht fehlen. Zwischendurch immer mal eine Übung oder Ausbildung. Raus aus dem Büroalltag, rein ins Grüne, "Krieg spielen". Die Bundeswehr brachte mir die erhoffte Entspannung von der Schule, brachte mir persönlich, charakterlich sehr viel und es machte mir einfach Spaß.
Es war für mich persönlich schon ein denkwürdiger Moment, als ich am vorvorletzten Tag im Büro saß und mit meinem Bw-Taschenmesser das Bataillonsabzeichen von meinem rechten Oberarm an der Feldbluse wieder abtrennte. Ein noch klarer Schnitt war dann die Abgabe der gesamten Ausrüstung. Spätestens dann war einem klar: Das war's.
Die letzten zwei Tage bin ich hier nun in Zivil rumgesprungen. Ungleich vieler anderer Entlasser habe ich weiterhin meinen Dienst so wie die ganzen Monate vorher auch getan. Nicht umsonst habe ich meinen Wehrdienst freiwillig um 5, auf insgesamt 14 Monate erweitert. Ich diente gerne Deutschland, es machte mir Spaß, ich entschied mich länger zu bleiben. Daher kann ich es nicht nachvollziehen, wenn die Entlasser in der letzten Woche sich immer benehmen wie die Vollidioten. Nur noch Saufen, Randale machen, rumgröhlen und Scheisse bauen. Das Beste ist dann immer, wenn da sogar noch die freiwillig verlängerten dabei sind. Warum verlängert ihr, wenn euch das alles ankotzt und ihr kaum erwarten könnt, auszuscheiden? Besonders, da ihr binnen 4 Wochen eine Verlängerung jederzeit wieder auf die aktuelle Dienstzeit kürzen könnt. Bei den normalen Grundwehrdienstleistenden kann ich es ja vielleicht noch verstehen, aber selbst da mangelte es dann wohl an Selbstinitiative, um sich wirklich mal zu informieren, wo man denn da hinkommt, bei der Bundeswehr. Man hätte ja auch Zivildienst machen können...
Dennoch. Ich war gerne Soldat, wäre es auch gerne weiterhin (bin es aber aufgrund einiger Punkte nicht, die Bundeswehr ist halt in meinen Augen auch nicht 100% eine runde Sache) und ich werde die Bundeswehr und ganz besonders die 4. Kompanie des Feldjägerbataillons 452 vermissen. Kameraden, es war klasse mit euch!
Horrido!
October 16, 2008
Notruf an die Feldjäger
22:13
Gestern waren wir ganz entspannt dabei, unsere Stuben und Reviere zu reinigen, als am Nachmittag unser Kompaniechef in unseren Trakt kam.
"Alle Mannschafter sofort vor den Stuben antreten."
Da haben wir uns schon gedacht "Scheeiisse... Was ham wir denn nun verbrockt?!"
Aber die Aufklärung folgte bald. Es kam ein Notruf für uns Feldjäger rein und es lag nun an uns, dort schnellstmöglich hinzukommen und das gesamte Gebiet abzusperren und ggf. Schaulustige, etc fernzuhalten, bis entsprechende weitere Kräfte eintreffen (es gab keine Personenschäden).
Ich war auch schon eingeplant, mit an den Ort rauszufahren, als im letzten Moment ein Hauptgefreiter wieder in den Versammlungsraum kam und seinen vorigen Auftrag als abgeschlossen meldete. Dann hieß es nur noch (unglücklicher Weise bin ich in dem Moment als erstes an der jeweiligen Befehlshaberin vorbeigelaufen): "Gefreiter Jüngling, sie bleiben hier, ich nehme stattdessen den Hauptgefreiten mit."
Na ja, schade, aber was soll's. Auch für die in der Kompanie gebliebenen hieß es kein Dienstschluss, Aufenthalt in diesem Raum - Bereitschaft eben. Am späteren Abend kamen dann die Autos mit unseren Feldjägern wieder, der Auftrag wurde an andere Kräfte abgegeben. Der Abend wurde - dann nach dem nun befohlenen Dienstschluss - bei ein paar Bier mit fast der gesamten Kompanie im Kompaniekeller dann entspannt und langsam beendet. Ich war dort im Kompaniekeller die Person, die als einzige noch Dienst hatte (abgesehen von der üblichen Bereitschaftsschicht) und kam dann erst gegen 01:20 ins Bett und musste natürlich um 06:00 wieder raus ;).
Auch wenn ich nicht mit auf den Einsatz kam, ein sehr interessanter Abend/Nachmittag. Mal ein realer Einsatz, Bundeswehr bzw. Feldjäger live. Vielleicht habe ich ja das nächste mal Glück und komme mit raus ;)
"Alle Mannschafter sofort vor den Stuben antreten."
Da haben wir uns schon gedacht "Scheeiisse... Was ham wir denn nun verbrockt?!"
Aber die Aufklärung folgte bald. Es kam ein Notruf für uns Feldjäger rein und es lag nun an uns, dort schnellstmöglich hinzukommen und das gesamte Gebiet abzusperren und ggf. Schaulustige, etc fernzuhalten, bis entsprechende weitere Kräfte eintreffen (es gab keine Personenschäden).
Ich war auch schon eingeplant, mit an den Ort rauszufahren, als im letzten Moment ein Hauptgefreiter wieder in den Versammlungsraum kam und seinen vorigen Auftrag als abgeschlossen meldete. Dann hieß es nur noch (unglücklicher Weise bin ich in dem Moment als erstes an der jeweiligen Befehlshaberin vorbeigelaufen): "Gefreiter Jüngling, sie bleiben hier, ich nehme stattdessen den Hauptgefreiten mit."
Na ja, schade, aber was soll's. Auch für die in der Kompanie gebliebenen hieß es kein Dienstschluss, Aufenthalt in diesem Raum - Bereitschaft eben. Am späteren Abend kamen dann die Autos mit unseren Feldjägern wieder, der Auftrag wurde an andere Kräfte abgegeben. Der Abend wurde - dann nach dem nun befohlenen Dienstschluss - bei ein paar Bier mit fast der gesamten Kompanie im Kompaniekeller dann entspannt und langsam beendet. Ich war dort im Kompaniekeller die Person, die als einzige noch Dienst hatte (abgesehen von der üblichen Bereitschaftsschicht) und kam dann erst gegen 01:20 ins Bett und musste natürlich um 06:00 wieder raus ;).
Auch wenn ich nicht mit auf den Einsatz kam, ein sehr interessanter Abend/Nachmittag. Mal ein realer Einsatz, Bundeswehr bzw. Feldjäger live. Vielleicht habe ich ja das nächste mal Glück und komme mit raus ;)
September 21, 2008
Die AGA ist vorbei
16:07
Die Zeit vergeht doch wie im Fluge. Letzten Donnerstag hatten wir unsere Rekrutenbesichtigung. Früher war die mal 2 Tage lang, richtig mit draußen Zelten und dem vollen Programm. Dann werden sämtliche während der AGA gelernte Inhalte nochmal abgefragt und bewertet. Heutzutage wird darauf scheinbar nicht mehr allzu viel Wert gelegt. Wir sind zwar um 3 Uhr Morgens aufgestanden und um 6 zum Standortübungsplatz marschiert, aber gegen 1630 ging es schon wieder zurück. Am Übungsplatz angekommen konnten wir dann erstmal - völlig durchgeschwitzt vom straffen Marsch - Pause machen und Frühstücken. Vorher gab's nämlich noch nichts zu Essen. Das Ganze dann bei ca 5°C. Wir haben uns alle den Arsch abgefroren. Die Nutella in den kleinen Plastikbehältern war auch eher eine feste, Schokoriegel artige Masse. Auf dem Brot verstreichen ging nicht, Bröseln war die Devise.
Na ja, es waren dann 4 Stationen am Übungsplatz aufgebaut und die 3 Züge wurden in 7-8 Gruppen unterteilt. So ist man also mit ca 20-25 Mann von Station zu Station und hat die dort geforderten Sachen gemacht. Mit all dem was wir in der AGA gelernt haben hätte man locker das Doppelte an Stationen machen können, aber wie ich schon sagte: Die Rekrutenbesichtigung hat wohl an Gewicht verloren. Es ist auch egal, ob man durchfällt oder sie besteht - in beiden Fällen kommt man danach zu seiner Stammeinheit, wird zum Gefreiten und bekommt die (lächerliche) Gehaltserhöhung.
Zurück zum Standortübungsplatz. Da pro Station so viele Mann waren und jeder einzeln die jeweilige Sache machen musste, hatten wir sehr viel Pause. Die meiste Zeit saßen wir an den Stationen, konnten uns aus unseren Lunchpaketen bedienen, labern, entspannen. Da konnte eigentlich irgendwas nicht so ganz dran stimmen, dachte ich mir. So eine entspannte Zeit bei der Bundeswehr in der AGA... Neee, da muss noch ein Knaller kommen. Klar. Beim Rückmarsch dann hat unser Gruppenführer mit Platzmunition geschossen und gesagt, dass wir angegriffen werden. Er ist tot, der Hilfsausbilder ist verwundet und wir müssen ihn transportieren und dabei dem Feind ausweichen. Also haben ihn erst 3 Mann getragen - hat nicht gut geklappt, alle waren schnell erschöpft und es ist schwierig auf eine gemeinsame Geschwindigkeit zu kommen. Also sind wir in den Wald und haben nach Ästen gesucht um eine Behelfsmäßige Trage zu bauen. Nach ca 15 Minuten hatten wir eine Trage fertig. Hilfsausbilder drauf, 5 Meter gelaufen: *KNACKS*. 15 Minuten umsonst, Trage gebrochen. Also nicht lange rumgefackelt: Einer nimmt den Hilfsausbilder huckepack. Wenn's nicht mehr geht, nimmt ihn der nächste, und so weiter. Zusätzlich musste eine vernünftige rückwärtige Sicherung zustande gebracht werden. 3 Leute haben dann immer versetzt zueinander nach hinten gesichert. Der hinterste Soldat ist dann schnellstmöglich vor die anderen beiden gesprintet und hat dann auch wieder nach hinten gesichert. Dann sprintet der nun hinterste Soldat wieder hinter die beiden und sichert. Dann der neue hinterste. Dann wieder der hinterste. So setzt sich das das ganze Ausweichmanöver über fort. Und ständig mit dem ganzen Marschgepäck 50 Meter Sprints hinlegen strengt saumäßig an. Es war fast die gesamte Gruppe zusätzlich belastet. Wir haben die Sicherung, die Leute die den Hilfsausbilder tragen und die Leute die das Gepäck vom Hilfsausbilder, Gruppenführer und den Huckepack Leuten tragen. Dann noch vorne 2-3 Soldaten die nach vorne sichern. Nach der Aktion waren wir alles in allem kaputt ohne Ende. Glücklicher Weise hieß es nach 1-1,5 km, dass der Verwundete in einem Verwundetensammelnest abgegeben wurde, der Feind abgehängt ist und wir normal weiter marschieren können. Die letzten 500m zur Kaserne hieß es dann vom Gruppenführer "Schüsse aus dem Wald, die letzten Meter im Sprint!". Also nochmal mit dem ganzen Gerödel einen Berg hochsprinten, bis in die Kaserne rein. Danach war dann endgültig Schluss, mehr hätte man mit uns nicht mehr anfangen können ^^. Immerhin war unsere Gruppe mit Abstand als erste zurück.
Im Anschluss sollten wir dann wieder trockene und halbwegs saubere Klamotten anlegen, die Tarnschminke abwaschen, Schuhe putzen und dann gabs ein Kompanieantreten. Alle 180 Rekruten plus Ausbilder versammelten sich. Der stellvertretende Kompaniechef hat eine Rede gehalten. Rekrutenbesichtigung vorbei, damit offiziell die AGA beendet, etc. Dann las er alle (!) 180 Namen einzeln vor und hat uns damit unsere Beförderung zum Gefreiten mit Wirkung zum 01.10.2008 mitgeteilt. Dann ging es zurück in den Block, noch ein bisschen Stube und Revier reinigen und dann endlich ins Bett.
Meinen Versetzungsbefehl habe ich dann auch am Freitag bekommen, für mich geht es dann nach Ulm in die 4. Kompanie des Feldjäger Batallions 452. Ich bin ja mal gespannt wie es da ablaufen wird. Morgen, am Montag, findet noch das Nachzügler Schießen statt, da in der Schießwoche ja nicht alle Soldaten alle Übungen schießen konnten. Ansonsten folgen nur noch administrative Sachen, bis wir dann am 25. in unsere neue Stammeinheit versetzt werden.
Einerseits bin ich froh, endlich die AGA hinter mir zu haben und diesen ganzen Stress nach 3 Monaten los zu sein. Andererseits ist man mit den Kameraden halt wirklich zusammengewachsen und hat die ganze Scheisse durchgestanden. Na ja, so geht es nunmal jede AGA. Einer aus meinem Zug kommt auch nach Ulm zu den Feldjägern, noch zwei weitere aus dem dritten Zug (der eine kommt aus Groß-Gerau) und eventuell noch ein paar aus dem ersten Zug. Wird schon werden :)
Na ja, es waren dann 4 Stationen am Übungsplatz aufgebaut und die 3 Züge wurden in 7-8 Gruppen unterteilt. So ist man also mit ca 20-25 Mann von Station zu Station und hat die dort geforderten Sachen gemacht. Mit all dem was wir in der AGA gelernt haben hätte man locker das Doppelte an Stationen machen können, aber wie ich schon sagte: Die Rekrutenbesichtigung hat wohl an Gewicht verloren. Es ist auch egal, ob man durchfällt oder sie besteht - in beiden Fällen kommt man danach zu seiner Stammeinheit, wird zum Gefreiten und bekommt die (lächerliche) Gehaltserhöhung.
Zurück zum Standortübungsplatz. Da pro Station so viele Mann waren und jeder einzeln die jeweilige Sache machen musste, hatten wir sehr viel Pause. Die meiste Zeit saßen wir an den Stationen, konnten uns aus unseren Lunchpaketen bedienen, labern, entspannen. Da konnte eigentlich irgendwas nicht so ganz dran stimmen, dachte ich mir. So eine entspannte Zeit bei der Bundeswehr in der AGA... Neee, da muss noch ein Knaller kommen. Klar. Beim Rückmarsch dann hat unser Gruppenführer mit Platzmunition geschossen und gesagt, dass wir angegriffen werden. Er ist tot, der Hilfsausbilder ist verwundet und wir müssen ihn transportieren und dabei dem Feind ausweichen. Also haben ihn erst 3 Mann getragen - hat nicht gut geklappt, alle waren schnell erschöpft und es ist schwierig auf eine gemeinsame Geschwindigkeit zu kommen. Also sind wir in den Wald und haben nach Ästen gesucht um eine Behelfsmäßige Trage zu bauen. Nach ca 15 Minuten hatten wir eine Trage fertig. Hilfsausbilder drauf, 5 Meter gelaufen: *KNACKS*. 15 Minuten umsonst, Trage gebrochen. Also nicht lange rumgefackelt: Einer nimmt den Hilfsausbilder huckepack. Wenn's nicht mehr geht, nimmt ihn der nächste, und so weiter. Zusätzlich musste eine vernünftige rückwärtige Sicherung zustande gebracht werden. 3 Leute haben dann immer versetzt zueinander nach hinten gesichert. Der hinterste Soldat ist dann schnellstmöglich vor die anderen beiden gesprintet und hat dann auch wieder nach hinten gesichert. Dann sprintet der nun hinterste Soldat wieder hinter die beiden und sichert. Dann der neue hinterste. Dann wieder der hinterste. So setzt sich das das ganze Ausweichmanöver über fort. Und ständig mit dem ganzen Marschgepäck 50 Meter Sprints hinlegen strengt saumäßig an. Es war fast die gesamte Gruppe zusätzlich belastet. Wir haben die Sicherung, die Leute die den Hilfsausbilder tragen und die Leute die das Gepäck vom Hilfsausbilder, Gruppenführer und den Huckepack Leuten tragen. Dann noch vorne 2-3 Soldaten die nach vorne sichern. Nach der Aktion waren wir alles in allem kaputt ohne Ende. Glücklicher Weise hieß es nach 1-1,5 km, dass der Verwundete in einem Verwundetensammelnest abgegeben wurde, der Feind abgehängt ist und wir normal weiter marschieren können. Die letzten 500m zur Kaserne hieß es dann vom Gruppenführer "Schüsse aus dem Wald, die letzten Meter im Sprint!". Also nochmal mit dem ganzen Gerödel einen Berg hochsprinten, bis in die Kaserne rein. Danach war dann endgültig Schluss, mehr hätte man mit uns nicht mehr anfangen können ^^. Immerhin war unsere Gruppe mit Abstand als erste zurück.
Im Anschluss sollten wir dann wieder trockene und halbwegs saubere Klamotten anlegen, die Tarnschminke abwaschen, Schuhe putzen und dann gabs ein Kompanieantreten. Alle 180 Rekruten plus Ausbilder versammelten sich. Der stellvertretende Kompaniechef hat eine Rede gehalten. Rekrutenbesichtigung vorbei, damit offiziell die AGA beendet, etc. Dann las er alle (!) 180 Namen einzeln vor und hat uns damit unsere Beförderung zum Gefreiten mit Wirkung zum 01.10.2008 mitgeteilt. Dann ging es zurück in den Block, noch ein bisschen Stube und Revier reinigen und dann endlich ins Bett.
Meinen Versetzungsbefehl habe ich dann auch am Freitag bekommen, für mich geht es dann nach Ulm in die 4. Kompanie des Feldjäger Batallions 452. Ich bin ja mal gespannt wie es da ablaufen wird. Morgen, am Montag, findet noch das Nachzügler Schießen statt, da in der Schießwoche ja nicht alle Soldaten alle Übungen schießen konnten. Ansonsten folgen nur noch administrative Sachen, bis wir dann am 25. in unsere neue Stammeinheit versetzt werden.
Einerseits bin ich froh, endlich die AGA hinter mir zu haben und diesen ganzen Stress nach 3 Monaten los zu sein. Andererseits ist man mit den Kameraden halt wirklich zusammengewachsen und hat die ganze Scheisse durchgestanden. Na ja, so geht es nunmal jede AGA. Einer aus meinem Zug kommt auch nach Ulm zu den Feldjägern, noch zwei weitere aus dem dritten Zug (der eine kommt aus Groß-Gerau) und eventuell noch ein paar aus dem ersten Zug. Wird schon werden :)
August 29, 2008
Feuer Frei!
19:25
Es ist der 29.08.2008 04:33 morgens und ich habe soeben begonnen diesen Text zu schreiben. Ich bin von gestern (Donnerstag, 28.08.08) auf heute zum Bereitschaftsdienst unserer Kompanie eingeteilt. Jede Kompanie hat jeden Tag (auch am Wochenende und Feiertagen) einen sog. "Unteroffizier vom Dienst" - UvD. Dieser hat besagten 24-stündigen Bereitschaftsdienst, jeweils von morgens um 07:00 bis morgens um 07:00. UvD sind immer Mannschaftsgrade ab Gefreiter. Damit die Rekruten, also z.B. ich, einen Einblick in den Job des UvD bekommen und bereits ein wenig eingewiesen werden, gibt es den "Gefreiten vom Dienst" - GvD. Der GvD sitzt meistens beim UvD und schaut einfach zu, bzw. ist auch sein Stellvertreter wenn der UvD gerade nicht im "Büro" ist, weil er etwas erledigen muss. Eigentlich darf während diesem 24-stündigen Bereitschaftsdienst nicht geschlafen werden, da man aber zu zweit ist, wechselt man sich mit dem schlafen ab, sodass jeder in der Nacht ca 3 Stunden Schlaf bekommt. Ich durfte von 2230-0130 schlafen (habe mich aber erst um 00:00 ins Bett gelegt, da wir noch einen Film geschaut haben), dann wurde ich geweckt und nun schläft er bis 0500. Ja, er hat eine Stunde mehr als ich hätte... Aber gut, so ist das halt. Ich Rekrut, er Gefreiter ;). Abgesehen davon muss er heute ab 8 Uhr den 30km Leistungsmarsch ablegen, während ich später nur noch Waffen und Stube & Revier reinigen und mich dann in den Zug nach Hause setzen werde.
Nun ja, das ist der Grund warum ich nun um mittlerweile 20 vor 5 hier im UvD Büro an meinem Laptop sitze. Ich habe seit ich geweckt wurde die ersten 3 Folgen Band of Brothers geschaut, wobei ich bei der letzten eben ab der Hälfte ständig eingenickt bin ;). Jetzt noch die 4. Folge zu schauen lohnt nicht mehr, da in 20 Minuten langsam der Kasernenbetrieb wieder anläuft.
Wie war ansonsten die Woche? Recht interessant und seeehr entspannt. Die gesamte Woche über stand Schießen auf dem Dienstplan. Jawohl, scharf schießen. Am Montag gings mit den P8en auf den Schießstand. Die erste Übung waren 5 Schuss auf die 10er-Ringscheibe, also eine normale Zielscheibe, die mitte ist 10 Punkte und dann jeder weitere Ring nach außen einer weniger. Bei 5 Schuss ergibt das eine maximalpunktzahl von 50, die man bei dieser Übung schießen kann. Ich habe 43 erreicht und liege damit im oberen viertel bei unserem Zug. Der Beste hat 47 und noch ein paar sind zwischen mir und ihm. Danach folgte die "Wertungsübung". Der Ausgang dieser beeinflusst, welche Schützenschnur man erreichen kann. Die Schützenschnur ist eine Art Abzeichen, das man an der Ausgehuniform tragen kann. Die Schützenschnur gibt es in Bronze, Silber und Gold. Man muss eine Wertungsübung jeweils mit P8, G36 und MG3 schießen. Die schlechteste Wertung die man bei allen dreien erreicht, ist die Schützenschnur die man dann verliehen bekommt. Bei wiederholter durchführung der Übungen lässt sich das natürlich auch verbessern. Die Wertungsübung bei der P8 war relativ simpel. Es sind 3 Pappkameraden aufgestellt, man hat wieder 5 Schuss. Jeder Pappkamerad muss einmal getroffen werden um Bronze zu erreichen. Ein weiterer Treffer bei einem beliebigen Kamerad ist Silber, alle 5 Treffer entsprechen Gold. Da die Übung auf 20m Entfernung auf lebensgroße Pappkameraden geschossen wurde, habe ich und die meisten anderen auch diese mit Gold bestanden.
Am Dienstag folgte nochmals P8 schießen für die, die eine Übung nicht bestanden hatten und G36 für den Rest von uns. Beim G36 gab es auch 5 Schuss auf die 10er Ring (dies Zog sich dann bis in den Mittwoch). Da die Visiere der Gewehre allerdings immer für jeden Schützen eingestellt werden müssen, hat man sie in ihrer Visiereinstellung belassen (der gesamte Zug hat nur mit insg 4 Gewehren geschossen) und man sollte einfach immer auf die selbe Stelle zielen. Die Übung ist bestanden, wenn 4 der 5 Schuss sich in einem Umkreis von 10cm voneinander befinden, unabhängig davon wo auf der Scheibe sie sind. Anhand dessen lässt sich dann ermitteln, wo man mit genau diesem Gewehr hinzielen muss, um genau die Mitte zu treffen. Mit dem Zielfernrohr hatte ich 4 Treffer in einem 10cm Kreis, mit dem Reflexvisier alle 5. Beide Male wurde auf 150m geschossen, beim Reflexvisier allerdings auf größere Zielscheiben. Danach folgte eine Übung wo mal stehend mit aufgelegtem Gewehr, mal liegend und mal stehend freihändig geschossen wurde. Pro Anschlagsart 5 Schuss. Ich hatte, zusammen mit nur einem anderen aus unserem Zug, bei allen 3 Anschlagsarten alle 5 Schuss getroffen. Viele mussten diese Übung wiederholen, weil sie nicht die geforderten Mindesttreffer hatten.
Am Mittwoch haben die restlichen Kameraden die G36 Übung beendet und dann ging's ans MG3 schießen. Die erste Übung waren 5 Schuss Einzelfeuer (sprich, nach jedem Schuss das MG neu laden, da sich ansonsten damit kein Einzelfeuer schießen lässt), wovon man mind 2 Schuss im inneren Kreis und einen im Äußeren Kreis einer 2er-Ringscheibe haben muss (glaube ich zumindest, bin mir nicht mehr ganz sicher). Ich hatte 4 Schuss innen und einen im äußeren. Danach folgte ein 4-Schuss Feuerstoß mit dem MG, auf selbe Zielscheibe. Mindestanforderung 1 Treffer im inneren und 1 im Äußeren (oder natürlich beide im inneren). Diese Übung musste von knapp dem halben Zug wiederholt werden, von manchen wenigen über 5 mal. Bei mir hat's beim ersten mal mit 1 Treffer innen und 2 außen geklappt. So, jetzt schreibe ich wieder von zu Hause aus weiter, hatte vorher aufgehört weil der Betrieb in der Kaserne langsam wieder anfing. Man hat aber echt null Chance, da noch großartig was zu beeinflussen. Erstens zieht man den Abzug soweit nach hinten, dass der erste Schuss bricht, dann sind praktisch im selben Moment die restlichen drei Schuss auch schon weg. Schlichtweg unmöglich, weniger als 4 Schuss auf einmal da rauszufeuern. Dank des zwar starken, aber auch nicht so stark wie immer dargestellten, Rückstoßes des MG3 ist dann auch mit Zielen vorbei. Klar, der erste Schuss sitzt da wo man hinzielt, aber die anderen drei... Je fester und steifer man das Gewehr in die Schulter presst, desto weniger verzieht man vielleicht. Aber das geht so schnell (unter einer viertel Sekunde), dass absolut null Zeit zum Nachvisieren bleibt. Irgendwo ist die Übung also auch Glück ;).
Donnerstag war dann ein recht sinnloser Tag. Es gab die Wertungsübung für das G36 (also die Übung, wo man Bronze, Silber, Gold erreichen kann) und für das MG3. Der erste Zug hat zuerst am MG3 geschossen. ein Viertel vom Zug hat geschossen, dann war irgendwas mit den Gewehren nicht in ordnung, lange Pause während Ausbilder da rumprobieren und dann kamen die Sanis vorbei (nein, keine Angst, nix passiert) und die haben dann geschossen, weil die diese Übung auch noch brauchen. Unser Zug, der II. Zug, ist zur G36 Wertungsübung, da kam dann ca die erste Hälfte des Zuges dran und dann war Schluss. Zeit vorbei. Ich hab also mein ganzes Gerödel an dem Tag da runter geschleppt, bei Auf- und Abbau geholfen und dann dank des einen Hilfsausbilders in einem perversen Affentempo wieder in die Kaserne marschiert, dafür dass ich 8 Stunden lang nichts getan habe. Ich lag bzw saß 8 Stunden auf meinem Rucksack... Sinnloser Tag.
Das Schießen im Allgemeinen ist aber sehr geil. Der Sound der Waffen, der Rückstoß, der sportliche Ehrgeiz für die guten Ergebnisse... Also wenn man nicht immer pro Tag 10-20 Schuss schießen und den Rest nur warten würde, wäre das eine richtig fette Sache. Wenn aus dem MG3 dann so ein Feuerstoß rausrotzt und man steht nur ein paar Meter nebendran - göttlich dieser Sound. Da ist Silvester nichts dagegen. Auch die Handhabung der Waffen, wie sich der Rückstoß anfühlt, wie sich die Waffe und der Schütze beim Schießen und danach verhält... Alles sehr faszinierend. Das war mit Abstand die bisher beste Woche bei der Bundeswehr. Okay, war irgendwie zu erwarten ;).
Nun ja, das ist der Grund warum ich nun um mittlerweile 20 vor 5 hier im UvD Büro an meinem Laptop sitze. Ich habe seit ich geweckt wurde die ersten 3 Folgen Band of Brothers geschaut, wobei ich bei der letzten eben ab der Hälfte ständig eingenickt bin ;). Jetzt noch die 4. Folge zu schauen lohnt nicht mehr, da in 20 Minuten langsam der Kasernenbetrieb wieder anläuft.
Wie war ansonsten die Woche? Recht interessant und seeehr entspannt. Die gesamte Woche über stand Schießen auf dem Dienstplan. Jawohl, scharf schießen. Am Montag gings mit den P8en auf den Schießstand. Die erste Übung waren 5 Schuss auf die 10er-Ringscheibe, also eine normale Zielscheibe, die mitte ist 10 Punkte und dann jeder weitere Ring nach außen einer weniger. Bei 5 Schuss ergibt das eine maximalpunktzahl von 50, die man bei dieser Übung schießen kann. Ich habe 43 erreicht und liege damit im oberen viertel bei unserem Zug. Der Beste hat 47 und noch ein paar sind zwischen mir und ihm. Danach folgte die "Wertungsübung". Der Ausgang dieser beeinflusst, welche Schützenschnur man erreichen kann. Die Schützenschnur ist eine Art Abzeichen, das man an der Ausgehuniform tragen kann. Die Schützenschnur gibt es in Bronze, Silber und Gold. Man muss eine Wertungsübung jeweils mit P8, G36 und MG3 schießen. Die schlechteste Wertung die man bei allen dreien erreicht, ist die Schützenschnur die man dann verliehen bekommt. Bei wiederholter durchführung der Übungen lässt sich das natürlich auch verbessern. Die Wertungsübung bei der P8 war relativ simpel. Es sind 3 Pappkameraden aufgestellt, man hat wieder 5 Schuss. Jeder Pappkamerad muss einmal getroffen werden um Bronze zu erreichen. Ein weiterer Treffer bei einem beliebigen Kamerad ist Silber, alle 5 Treffer entsprechen Gold. Da die Übung auf 20m Entfernung auf lebensgroße Pappkameraden geschossen wurde, habe ich und die meisten anderen auch diese mit Gold bestanden.
Am Dienstag folgte nochmals P8 schießen für die, die eine Übung nicht bestanden hatten und G36 für den Rest von uns. Beim G36 gab es auch 5 Schuss auf die 10er Ring (dies Zog sich dann bis in den Mittwoch). Da die Visiere der Gewehre allerdings immer für jeden Schützen eingestellt werden müssen, hat man sie in ihrer Visiereinstellung belassen (der gesamte Zug hat nur mit insg 4 Gewehren geschossen) und man sollte einfach immer auf die selbe Stelle zielen. Die Übung ist bestanden, wenn 4 der 5 Schuss sich in einem Umkreis von 10cm voneinander befinden, unabhängig davon wo auf der Scheibe sie sind. Anhand dessen lässt sich dann ermitteln, wo man mit genau diesem Gewehr hinzielen muss, um genau die Mitte zu treffen. Mit dem Zielfernrohr hatte ich 4 Treffer in einem 10cm Kreis, mit dem Reflexvisier alle 5. Beide Male wurde auf 150m geschossen, beim Reflexvisier allerdings auf größere Zielscheiben. Danach folgte eine Übung wo mal stehend mit aufgelegtem Gewehr, mal liegend und mal stehend freihändig geschossen wurde. Pro Anschlagsart 5 Schuss. Ich hatte, zusammen mit nur einem anderen aus unserem Zug, bei allen 3 Anschlagsarten alle 5 Schuss getroffen. Viele mussten diese Übung wiederholen, weil sie nicht die geforderten Mindesttreffer hatten.
Am Mittwoch haben die restlichen Kameraden die G36 Übung beendet und dann ging's ans MG3 schießen. Die erste Übung waren 5 Schuss Einzelfeuer (sprich, nach jedem Schuss das MG neu laden, da sich ansonsten damit kein Einzelfeuer schießen lässt), wovon man mind 2 Schuss im inneren Kreis und einen im Äußeren Kreis einer 2er-Ringscheibe haben muss (glaube ich zumindest, bin mir nicht mehr ganz sicher). Ich hatte 4 Schuss innen und einen im äußeren. Danach folgte ein 4-Schuss Feuerstoß mit dem MG, auf selbe Zielscheibe. Mindestanforderung 1 Treffer im inneren und 1 im Äußeren (oder natürlich beide im inneren). Diese Übung musste von knapp dem halben Zug wiederholt werden, von manchen wenigen über 5 mal. Bei mir hat's beim ersten mal mit 1 Treffer innen und 2 außen geklappt. So, jetzt schreibe ich wieder von zu Hause aus weiter, hatte vorher aufgehört weil der Betrieb in der Kaserne langsam wieder anfing. Man hat aber echt null Chance, da noch großartig was zu beeinflussen. Erstens zieht man den Abzug soweit nach hinten, dass der erste Schuss bricht, dann sind praktisch im selben Moment die restlichen drei Schuss auch schon weg. Schlichtweg unmöglich, weniger als 4 Schuss auf einmal da rauszufeuern. Dank des zwar starken, aber auch nicht so stark wie immer dargestellten, Rückstoßes des MG3 ist dann auch mit Zielen vorbei. Klar, der erste Schuss sitzt da wo man hinzielt, aber die anderen drei... Je fester und steifer man das Gewehr in die Schulter presst, desto weniger verzieht man vielleicht. Aber das geht so schnell (unter einer viertel Sekunde), dass absolut null Zeit zum Nachvisieren bleibt. Irgendwo ist die Übung also auch Glück ;).
Donnerstag war dann ein recht sinnloser Tag. Es gab die Wertungsübung für das G36 (also die Übung, wo man Bronze, Silber, Gold erreichen kann) und für das MG3. Der erste Zug hat zuerst am MG3 geschossen. ein Viertel vom Zug hat geschossen, dann war irgendwas mit den Gewehren nicht in ordnung, lange Pause während Ausbilder da rumprobieren und dann kamen die Sanis vorbei (nein, keine Angst, nix passiert) und die haben dann geschossen, weil die diese Übung auch noch brauchen. Unser Zug, der II. Zug, ist zur G36 Wertungsübung, da kam dann ca die erste Hälfte des Zuges dran und dann war Schluss. Zeit vorbei. Ich hab also mein ganzes Gerödel an dem Tag da runter geschleppt, bei Auf- und Abbau geholfen und dann dank des einen Hilfsausbilders in einem perversen Affentempo wieder in die Kaserne marschiert, dafür dass ich 8 Stunden lang nichts getan habe. Ich lag bzw saß 8 Stunden auf meinem Rucksack... Sinnloser Tag.
Das Schießen im Allgemeinen ist aber sehr geil. Der Sound der Waffen, der Rückstoß, der sportliche Ehrgeiz für die guten Ergebnisse... Also wenn man nicht immer pro Tag 10-20 Schuss schießen und den Rest nur warten würde, wäre das eine richtig fette Sache. Wenn aus dem MG3 dann so ein Feuerstoß rausrotzt und man steht nur ein paar Meter nebendran - göttlich dieser Sound. Da ist Silvester nichts dagegen. Auch die Handhabung der Waffen, wie sich der Rückstoß anfühlt, wie sich die Waffe und der Schütze beim Schießen und danach verhält... Alles sehr faszinierend. Das war mit Abstand die bisher beste Woche bei der Bundeswehr. Okay, war irgendwie zu erwarten ;).
August 1, 2008
Neues von der AGA
16:13
Ich habe schon eine Weile nichts mehr geschrieben... Das liegt daran, dass ich Freitags nachmittags nach Hause komme und Sonntags mittags wieder ab in die Kaserne muss. Ich habe also rund 1,5 Tage um alle möglichen Dinge zu erledigen und auch noch ein bisschen mit Kollegen treffen. Da blieb nicht sonderlich viel Zeit zum Bloggen ;).
Im Prinzip gab es auch nicht allzu viel zu berichten. Es lief alles soweit weiterhin seinen Weg. Übungen, Unterricht und der übliche Kasernenalltag. Über die Unterrichte und Übungen darf ich sowieso nichts erzählen, also bliebe nicht viel zum Schreiben :P
Diese Woche ging es im Prinzip genauso weiter. Gestern hatten wir allerdings Unterricht zur Orientierung mit Karte und Kompass und im Anschluss eine praktische Übung dazu, der Orientierungsmarsch. Da man während der AGA auch den sog. "Eingewöhnungsmarsch" über 12km Länge machen muss, haben die Ausbilder diese beiden zusammengelegt. Das Ganze sollte dann also ein ca 12km langer Orientierungsmarsch werden. Wäre ja soweit kein Problem gewesen, wenn aus den 12km nicht 35km geworden wären. Das sind 5km mehr, als der längste Leistungsmarsch. Gut, wir haben zwar wesentlich länger gebraucht als bei den Leistungsmärschen vorgeschrieben, aber mit einem Eingewöhnungsmarsch hat die dreifache Distanz lange nichts mehr zu tun. Ergebnis sind zerschundene Füße, Sonnenbrand und völlig übersäuerte und verkaterte Waden. So ab der Hälfte der Distanz war das echt heftig... Da ist man bei 34°C gelaufen und hat sich gefühlt, als wäre ein Bett voller Nadeln im Schuh unten drin und dickes Schleifpapier auf Knöchelhöhe. Shirt und Feldbluse sind schon 10x durchgeschwitzt, fährt man sich durchs Gesicht merkt man schon sandartig das ausgeschwitzte Salz was anfängt auszukristallisieren und das T-Shirt hat auch schon dicke, weiße Ränder. Eigentlich kann man so gar nicht mehr weiterlaufen, aber irgendwie tut man es doch... In der Situation sieht man dann noch Kameraden die stehen bleiben, weil sie vor Schmerzen und Erschöpfung einfach nicht mehr weiter kommen, dann geht man zu denen, lässt sie sich an einem selbst Abstützen (obwohl man sich selbst schon fragt wie man überhaupt noch laufen kann) und eskortiert den Kamerad dann noch zu den letzten Checkpoints und dann zurück bis in die Kaserne. Genau das ist allerdings die Kameradschaft, die sich in der Zeit bei der Bundeswehr aufbaut. Spätestens nachdem man nach Beginn der Schmerzen nochmals 10km zurückgelegt hat, verschwindet der Schmerz als eine Begleiterscheinung die nun mal da ist in den Hintergrund der Wahrnehmung und wird einfach ignoriert. Nach 10 Stunden fast non-stop Marschieren ist man dann auch einfach nur Glücklich, wenn man in der Kaserne angekommen ist und man aus den Kampfstiefeln rauskommt und einfach mal die Beine aufs Bett legen kann. Göttliches Gefühl. Das Gute an der Sache ist, dass der Sonnenbrand mit seinem lächerlichen Brennen einfach unter dem Schmerz der Füße und Waden untergeht. Ein Leiden weniger.
Tja, im Moment laufe ich zwar rum als hätte ich einen Stock im Arsch, aber auch das wird schon werden. Spätestens übernächste Woche, wenn wir von Montag bis Donnerstag Biwak haben, werden die Füße schon wieder fit sein. Nur der Dienstplan für nächste Woche sah sehr... "ungemütlich" aus. Zwei tage hintereinander durchgehend Dienst, ohne Schlaf. Danach nochmal Dienst bis 24 Uhr. Viel im Feld rumgeacker und Ausrüstung schmutzig machen. Und was schmutzig ist, muss auch gereinigt werden - penibelst. Ich glaube nächste Woche wird nicht eine meiner Lieblingswochen...
Im Prinzip gab es auch nicht allzu viel zu berichten. Es lief alles soweit weiterhin seinen Weg. Übungen, Unterricht und der übliche Kasernenalltag. Über die Unterrichte und Übungen darf ich sowieso nichts erzählen, also bliebe nicht viel zum Schreiben :P
Diese Woche ging es im Prinzip genauso weiter. Gestern hatten wir allerdings Unterricht zur Orientierung mit Karte und Kompass und im Anschluss eine praktische Übung dazu, der Orientierungsmarsch. Da man während der AGA auch den sog. "Eingewöhnungsmarsch" über 12km Länge machen muss, haben die Ausbilder diese beiden zusammengelegt. Das Ganze sollte dann also ein ca 12km langer Orientierungsmarsch werden. Wäre ja soweit kein Problem gewesen, wenn aus den 12km nicht 35km geworden wären. Das sind 5km mehr, als der längste Leistungsmarsch. Gut, wir haben zwar wesentlich länger gebraucht als bei den Leistungsmärschen vorgeschrieben, aber mit einem Eingewöhnungsmarsch hat die dreifache Distanz lange nichts mehr zu tun. Ergebnis sind zerschundene Füße, Sonnenbrand und völlig übersäuerte und verkaterte Waden. So ab der Hälfte der Distanz war das echt heftig... Da ist man bei 34°C gelaufen und hat sich gefühlt, als wäre ein Bett voller Nadeln im Schuh unten drin und dickes Schleifpapier auf Knöchelhöhe. Shirt und Feldbluse sind schon 10x durchgeschwitzt, fährt man sich durchs Gesicht merkt man schon sandartig das ausgeschwitzte Salz was anfängt auszukristallisieren und das T-Shirt hat auch schon dicke, weiße Ränder. Eigentlich kann man so gar nicht mehr weiterlaufen, aber irgendwie tut man es doch... In der Situation sieht man dann noch Kameraden die stehen bleiben, weil sie vor Schmerzen und Erschöpfung einfach nicht mehr weiter kommen, dann geht man zu denen, lässt sie sich an einem selbst Abstützen (obwohl man sich selbst schon fragt wie man überhaupt noch laufen kann) und eskortiert den Kamerad dann noch zu den letzten Checkpoints und dann zurück bis in die Kaserne. Genau das ist allerdings die Kameradschaft, die sich in der Zeit bei der Bundeswehr aufbaut. Spätestens nachdem man nach Beginn der Schmerzen nochmals 10km zurückgelegt hat, verschwindet der Schmerz als eine Begleiterscheinung die nun mal da ist in den Hintergrund der Wahrnehmung und wird einfach ignoriert. Nach 10 Stunden fast non-stop Marschieren ist man dann auch einfach nur Glücklich, wenn man in der Kaserne angekommen ist und man aus den Kampfstiefeln rauskommt und einfach mal die Beine aufs Bett legen kann. Göttliches Gefühl. Das Gute an der Sache ist, dass der Sonnenbrand mit seinem lächerlichen Brennen einfach unter dem Schmerz der Füße und Waden untergeht. Ein Leiden weniger.
Tja, im Moment laufe ich zwar rum als hätte ich einen Stock im Arsch, aber auch das wird schon werden. Spätestens übernächste Woche, wenn wir von Montag bis Donnerstag Biwak haben, werden die Füße schon wieder fit sein. Nur der Dienstplan für nächste Woche sah sehr... "ungemütlich" aus. Zwei tage hintereinander durchgehend Dienst, ohne Schlaf. Danach nochmal Dienst bis 24 Uhr. Viel im Feld rumgeacker und Ausrüstung schmutzig machen. Und was schmutzig ist, muss auch gereinigt werden - penibelst. Ich glaube nächste Woche wird nicht eine meiner Lieblingswochen...
July 4, 2008
"II. Zug, Auuuufstehen...
22:11
... und vor den Stuben antreten!" genau so hat es mich die letzten 3 morgende um 5 Uhr morgens geweckt. Die Bundeswehr.
Ich habe keine Ahnung ob und wie viel ich hier schreiben darf, von dem was wir in der AGA tun... Deshalb werde ich es wohl leider stark komprimieren. In der ersten Woche haben wir viel gestanden, könnte insgesamt sogar fast auf einen Tag reine Steh-Zeit kommen. Stures Stehen macht echt fertig in Beinen und Rücken. Aber geht schon. Ansonsten alle möglichen formalen und theoretischen Sachen lernen und jeden Tag kommen ein paar neue Dinge dazu. Ansonsten kann man sich das ganze eigentlich so vorstellen, wie sich jeder die Bundeswehr vorstellt. Das einzige was sich meines Wissens bisher nicht bewahrheitet hat, ist die Geschichte mit der Seife aufheben... ;)
Aber nun ja, das war ja jetzt gerade Mal die erste Woche. Es folgen noch 3 Monate AGA und dann noch mindestens 6 Monate normaler Dienst. Da wird noch einiges passieren und ich bin gespannt wie es weiter geht. Sonntag Abend muss ich mich wieder in der Kaserne einfinden und nächstes Wochenende gibt es höchstwahrscheinlich nicht frei.
Ich habe keine Ahnung ob und wie viel ich hier schreiben darf, von dem was wir in der AGA tun... Deshalb werde ich es wohl leider stark komprimieren. In der ersten Woche haben wir viel gestanden, könnte insgesamt sogar fast auf einen Tag reine Steh-Zeit kommen. Stures Stehen macht echt fertig in Beinen und Rücken. Aber geht schon. Ansonsten alle möglichen formalen und theoretischen Sachen lernen und jeden Tag kommen ein paar neue Dinge dazu. Ansonsten kann man sich das ganze eigentlich so vorstellen, wie sich jeder die Bundeswehr vorstellt. Das einzige was sich meines Wissens bisher nicht bewahrheitet hat, ist die Geschichte mit der Seife aufheben... ;)
Aber nun ja, das war ja jetzt gerade Mal die erste Woche. Es folgen noch 3 Monate AGA und dann noch mindestens 6 Monate normaler Dienst. Da wird noch einiges passieren und ich bin gespannt wie es weiter geht. Sonntag Abend muss ich mich wieder in der Kaserne einfinden und nächstes Wochenende gibt es höchstwahrscheinlich nicht frei.
March 13, 2008
Chemie Abitur - Vorbei
16:05
Juhuu, auch Chemie ist vorbei. Aus den vier Vorschlägen (á 4-5 Aufgaben) konnten wir ja einen rausschmeißen. Der Rest muss bearbeitet werden. Bei zwei von den drei Vorschlägen bin ich recht zuversichtlich, dass ich die weitgehend (jaja, nicht vollständig ;) ) korrekt gelöst habe. Beim dritten hats dann doch ganz schön gehapert.
Aber alles in allem würde ich so mit 7-10 Punkten in Chemie rechnen.
Daaaaamit ist nun auch das gesamte schriftliche Abitur vorbei. Fehlt nur noch das mündliche, 2 Fächer, im Mai. Yesssss.
So, da ich die letzten Wochen nur am lernen war, gleich mal wieder produktiv werden. Der Laptop auf eBay ist für 870 Euro weggegangen. Hätte zwar ruhig noch ein wenig mehr sein können, aber ist schon ok. Den hab ich gerade zur Post gebracht und jetzt geht's auf an die Steuererklärung...
Aber alles in allem würde ich so mit 7-10 Punkten in Chemie rechnen.
Daaaaamit ist nun auch das gesamte schriftliche Abitur vorbei. Fehlt nur noch das mündliche, 2 Fächer, im Mai. Yesssss.
So, da ich die letzten Wochen nur am lernen war, gleich mal wieder produktiv werden. Der Laptop auf eBay ist für 870 Euro weggegangen. Hätte zwar ruhig noch ein wenig mehr sein können, aber ist schon ok. Den hab ich gerade zur Post gebracht und jetzt geht's auf an die Steuererklärung...

