June 29, 2005
Dan Brown - Illuminati
16:24

Also, allzu viel muss ich zu dem Buch wohl nicht sagen, es ist ja der Kassenschlager in den letzten Wochen. Ich kann das aber wirklich nur bekräftigen. Dieses Buch ist sowas von hammermäßig geil, das gibt es gar nicht. Es ist mit Abstand eines der besten Bücher, die ich in der letzten Zeit gelesen habe.
Ja ja, es ist Mainstream Lektüre, blablablubb, dennoch: Die Spannung, die Dan Brown in diesem Buch erzeugt ist echt ungeheuerlich. Ich habe Nachts teilweise bis 2 Uhr gelesen, weil ich mich von dem Buch nicht losreißen konnte.
Allerdings denke ich, auch hier kommt es auf die Geschmäcker an. Der eher Romanzen-Leser wird dieses Buch wohl nicht so toll finden. Ich fasse mal kurz zusammen worum es geht:
Robert Langdon, Symbolologe, wird nachts um 5 Uhr vom Leiter des Schweizer-Französischen Kernfroschungsinstitut CERN angerufen und gebeten, doch bitte zum CERN zu kommen.
Nach einem nur wenige Stunden dauernden Flug dort angekommen, bekommt Robert eine Leiche mit einem Brandmal präsentiert. Robert geht der Geschichte des Brandmales nach - er ist ja Symbolologe - und wird in den Vatikan geleitet. Dort trifft er wieder auf den alten Pfad der Illuminati, wo an jeder der vier Stationen einer der preferiti, die Top-Kandidaten für die Wahl des neuen Papstes, hingerichtet werden sollen. Die preferiti wurden nämlich auf wundersame Weise entführt.
Robert Langdon ist dem Mörder immer sehr dicht auf der Spur, kommt selbst in Schwierigkeiten und verstrickt sich immer tiefer in die geheimen Machenschaften des Illuminatenorden.
Mehr verrate ich jetzt mal nicht :). Ich kann euch nur versichern: Wenn euch diese Richtung, Thriller, anspricht: Lest unbedingt dieses Buch! Das Buch ist _DER_ Knüller, für Jung und Alt!
June 27, 2005
Bertolt Brecht - Der gute Mensch von Sezuan
16:47

Ganz nettes Buch, geschrieben von Brecht, in etwa zur Nazizeit.
Brecht beschreibt drei Götter, die von den anderen Göttern auf die Erde gesandt wurden, um einen Mensch zu finden, der gleichzeitig gutmütig und hilfsbereit ist, aber auch gut leben kann, also nicht im Elend versauert.
Die drei Götter sind recht ignorant, da sie eigentlich gar nichts an der Welt verändern wollen, deshalb versuchen sie zwanghaft einen solchen Menschen zu finden, nur um den Menschen nicht unter die Arme greifen zu müssen. In Sezuan schließlich stoßen sie auf Shen Te, die sehr großzügig und gutmütig ist, sich allerdings prostituiert und in einem schäbigen Apartment lebt. Nachdem sie aber die einzige in ganz Sezuan ist, die den Göttern Unterkunft gewährt, schenken diese ihr 2000 Silberdollar. Davon kauft sie sich einen Tabakladen.
Natürlich will sie den Menschen weiterhin helfen, wird nun aber vollkommen ausgenutzt. Sie hat den Laden und jeder denkt, sie hätte jetzt Geld wie Sand am Meer, sodass sie ständig angebettelt wird und sie den Laden wieder verkaufen müsste, wenn sie nicht aufpasst.
Sie verkleidet sich dann als ihr strenger, geschäftstüchtiger Vetter, der noch durchgreift und versucht sich so aus dem Schlamassel zu ziehen.
Mit diesem Stück stellt Brecht ein Meisterstück epischen Theaters: Es ist (leider) ein offen beginnendes und endendes Buch und besteht aus einzelnen Bildern, die zwar aneinandergereiht sind, die aber auch für sich betrachtet werden können.
Brecht übt auch mit diesem Theaterstück wieder einmal für ihn typische Kritik: Kapitalismus und Religion, sowie noch weitere kleine Kritikpunkte.
April 19, 2005
Max Frisch - Andorra
19:01
Andorra, ein Theaterstück in zwölf Teilen, von Max Frisch, ist ein sehr interessantes Buch.Das Buch hat zwar bereits ein paar Jahre auf dem Buckel (1975), dennoch ist die Aussage auch heute noch aktuell, auch wenn das ganze zur Zeit des 2. Weltkrieges spielte.
Ein junger Mann namens Andrí lebt mit seinem Vater - einem Lehrer - in Andorra. Es heißt, der Vater habe Andrí, einen Judenjungen, während dem Krieg aus einer misslichen Lage befreit und nun lebe er bei ihm. Andrí möchte mittlerweile eine Tischlerlehre beginnen, hat es damit allerdings nicht leicht. Der Tischlermeister beschimpft Andrí als Geldgierig, da er ein Jude sei und versucht ihn in das Büro zu drängen, obwohl der arme Geselle Tischler werden wollte.
Andrí ist generell geprägt von Vorurteilen, denn nicht nur Tischler, sondern das gesamte Dorf hängt Andrí antisemitische Vorurteile an. So verliert Andrí im Laufe der Geschichte immer mehr an Selbstbewusstsein und Ehrgeiz, sodass er irgendwann seine eigentlich aufrichtige Persönlichkeit immer mehr verliert und tatsächlich die Charakterzüge der Vorurteile annimmt, die ihm ständig vorgeworfen werden. Er wandelt sich also zu einem richtigen Vorurteils-Juden.
Nachdem die Deutsche Armee in Andorra einfällt, werden alle Bürger zu einer "Judenschau" gebracht, wo ein geschulter Deutscher alle Juden an Laufstil, Aussehen und Statur erkennt und sie umbringen lässt. Als Andrí vorlaufen muss, hat er sich bereits so stark den Vorwürfen angepasst, dass der "Judenschauer" ihn tatsächlich als Jude deklariert und umbringen lässt.
Wichtig ist aber: Während die Deutschen in Andorra (was laut Max Frisch übrigens nur der Name eines Modells ist und nicht das wirkliche Andorra repräsentieren soll) einfallen, erscheint auch eine Dame auf dem Spielfeld. Es zeigt sich, dass sie die (Deutsche)Ehefrau des Lehrers ist und bringt eine entscheidende Wende. Andrí ist gar kein Judenkind, sondern das Kind des Lehrers und seiner Gattin, also ein Deutsches Kind.
Der Pfarrer der Gemeinde (welcher anfangs auch sagte, Andrí sei etwas "anders" als die Anderen) versucht Andrí nun wieder Mut zu machen und ihm das "Judsein", wie es Max Frisch in dem Stück nennt, wieder auszureden. Da Andrí seine Identität allerdings schon völlig auf "Judsein" abgerichtet hat und die anderen Dorfbewohner es nicht annehmen wollen, dass er doch kein Jude ist, bleibt er tatsächlich in seinem Kopf ein Jude und schafft es nicht, wieder der normale, anständige, Deutsche Junge zu sein, der er eigentlich ist.
Natürlich ist dies nur eine grobe Umrandung der Geschichte, gibt sie inhaltlich dennoch weitgehend wieder.
Es werden außerdem viele Anspielungen auf das Christentum, ganz speziell die Bibel, gemacht. Was sagt uns das Buch also aus?
Das ist nun der Knackpunkt. Ohne die Bearbeitung des Buches in der Schule wäre ich da auch nie drauf gekommen. Ich ging davon aus, dass dieses Stück wieder eine weitere Kritikübung an den Machenschaften des Dritten Reiches ist. Weit gefehlt.
Max Frisch schreibt auch in anderen Büchern immer wieder darüber, dass Menschen sich kein Bildnis machen sollen. Egal von was. Deshalb auch die Anspielungen auf die Bibel, da dort in den 10 Geboten auch geschrieben steht "Mache dir kein Bildnis von Gott" (oder so^^).
Max Frisch möchte also jeden darauf hinweisen, dass, wenn man sich mit der Zeit ein festes Bild von einem Menschen macht, zwingt man ihn in diese Rolle und gibt ihm keinerlei Möglichkeiten mehr, sich zu verändern, oder zu entfalten. Der-/Diejenige wird immer wieder zurück in das alte Bild gepresst und kann so sein Verhalten, bzw. seine Charaktereigenschaft nicht mehr ändern, um Fehler oder ähnliches zu verbessern.
So ist Max Frisch der Meinung, dass man sich nicht nur von Gott (für den im Falle einer Bildnismachung das selbe wie für Menschen gegolten hätte), sondern auch nicht von seinen Mitmenschen eine feste Vorstellung machen sollte.
Interessante Aussage wie ich finde, die bei genauerem Überlegen auch absolut plausibel und logisch ist. Das Buch selbst ist wirklich interessant und teilweise auch lustig geschrieben. Es ist oberflächlich leicht verständlich und nicht kompliziert zu lesen, die tiefere Aussage allerdings zu verstehen, ist schon eine ganze Ecke schwieriger. Wie gesagt, ohne die Schule wäre ich da nicht drauf gekommen.
Wenn man also lesebegeistert ist und noch eine Kleinigkeit zu lesen sucht, kann man sich dieses Büchlein gerne mal zu Gemüte führen. Es ist nicht viel, lediglich ein kleines Taschenbuch.
December 4, 2004
Johann W. v. Goethe - Die Leiden des jungen Werther
21:25
Eines der bekanntesten und damals durchschlagendsten Stücke von Goethe ist wohl "Die Leiden des jungen Werther". Vor allem bei der jüngeren Generation schlug dieses Buch damals ein wie eine Bombe. Weg von dem damals üblichen gefühllosem, rationalem Schreiben, brachte Goethe mit diesem Buch ein sehr gefühlvolles, emotionales Buch auf den Markt. Es war etwas völlig neues und es entstand ein regelrechter Kult um das Buch und seine Personen. Dies ging so weit, dass die Mode durch das Buch beeinflusst wurde und manche Menschen ihr Leben sogar ähnlich wie Werther aus dem Buche führten.Das Buch gehört wohl leider zur Standardlektüre, die man kennen sollte, wenn man sich halbwegs mit Goethe auskennen will. Allerdings kann ich sagen, dass das Buch extrem langweilig ist.
Natürlich mag sich so manch einer noch an dem Altdeutschen Schreibstil stören, ich empfand ihn aber als keine große Hürde.
Der Inhalt des Buches, die Idee, ist an sich auch ziemlich genial, allerdings hat Goethe (meiner Meinung nach) diese extrem schlecht umgesetzt. Das Buch ist in Form eines Briefromanes geschrieben und Goethe übermittelt einen, in meinen Augen, Haufen unnötiger Informationen, die zur Handlung nicht beitragen und die Atmosphäre auch kein bisschen beeinflussen. Es entsteht so beim Lesen also schnell langeweile, da man sich mit völlig irrelevanten Dingen abgquälen muss.
Man sollte das Buch wohl allein schon der Allgemeinbildung wegen gelesen haben, als Leseabenteuer empfinde ich es aber auf keinen Fall. Der Kern des Buches ist aber zugegeben ziemlich gut.
Ulrich Plenzdorf - Die neuen Leiden des jungen W.
21:15

Ulrich Plenzdorf, in der DDR aufgewachsen, schrieb ein Buch, im Groben basierend auf Goethes "Die Leiden des jungen Werther". Die Geschichte handelt um einen Jugendlichen, der in Ostberlin lebt und nachdem er seine Lehre abbrach von zu Hause wegzieht, in eine verlassene Gartenlaube in einem anderen Stadtteil. Der Junge heißt mit Nachname "Wibeau", eine Anlehnung an "Werther". Auch Herr Wibeau stirbt am Ende des Buches, allerdings ermordet er sich nicht selbst, sondern er stirbt an einem Unfall während Stromarbeiten. Im Leben und der Lebenseinstellung gibt es viele Parallelen zwischen Werther und Wibeau. Das Buch ist in amüsanter Jugendsprache der 70er DDR geschrieben und lässt sich leicht lesen.
Das Buch ist wohl nicht der Knüller, allerdings eine nette Ergänzung zu dem original Werther - immerhin war Plenzdorfs remake damals auch ein Bestseller, woran viel Kritik geübt wurde.
Wer also zur Zeit kein Buch kennt, das er noch lesen mag, könnte sich dieses mal zu Gemüte führen. Ansonsten verpasst man auch nicht viel, wenn man es nicht gelesen hat.
December 3, 2004
Isaac Asimov - Logik
14:23
Eine der älteren Kurzgeschichten von Isaac Asimov (I, Robot). Interessante Science Fiction Geschichte mit Sinn, keinem stupiden Aliens-Gegen-Menschen-Geballere. Primär wird die Auslegung von der Logik hinterfragt und behandelt - Logik ist relativ und kommt auf die Standpunkte und dem damit verbundenen Glauben an gewisse Umstände an.
Ist sehr kurz, sollte sich eigentlich problemlos unter einer Stunde lesen lassen. Durchaus zu empfehlen.
Ist sehr kurz, sollte sich eigentlich problemlos unter einer Stunde lesen lassen. Durchaus zu empfehlen.
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