August 1, 2008
Neues von der AGA
Ich habe schon eine Weile nichts mehr geschrieben... Das liegt daran, dass ich Freitags nachmittags nach Hause komme und Sonntags mittags wieder ab in die Kaserne muss. Ich habe also rund 1,5 Tage um alle möglichen Dinge zu erledigen und auch noch ein bisschen mit Kollegen treffen. Da blieb nicht sonderlich viel Zeit zum Bloggen ;).Im Prinzip gab es auch nicht allzu viel zu berichten. Es lief alles soweit weiterhin seinen Weg. Übungen, Unterricht und der übliche Kasernenalltag. Über die Unterrichte und Übungen darf ich sowieso nichts erzählen, also bliebe nicht viel zum Schreiben :P
Diese Woche ging es im Prinzip genauso weiter. Gestern hatten wir allerdings Unterricht zur Orientierung mit Karte und Kompass und im Anschluss eine praktische Übung dazu, der Orientierungsmarsch. Da man während der AGA auch den sog. "Eingewöhnungsmarsch" über 12km Länge machen muss, haben die Ausbilder diese beiden zusammengelegt. Das Ganze sollte dann also ein ca 12km langer Orientierungsmarsch werden. Wäre ja soweit kein Problem gewesen, wenn aus den 12km nicht 35km geworden wären. Das sind 5km mehr, als der längste Leistungsmarsch. Gut, wir haben zwar wesentlich länger gebraucht als bei den Leistungsmärschen vorgeschrieben, aber mit einem Eingewöhnungsmarsch hat die dreifache Distanz lange nichts mehr zu tun. Ergebnis sind zerschundene Füße, Sonnenbrand und völlig übersäuerte und verkaterte Waden. So ab der Hälfte der Distanz war das echt heftig... Da ist man bei 34°C gelaufen und hat sich gefühlt, als wäre ein Bett voller Nadeln im Schuh unten drin und dickes Schleifpapier auf Knöchelhöhe. Shirt und Feldbluse sind schon 10x durchgeschwitzt, fährt man sich durchs Gesicht merkt man schon sandartig das ausgeschwitzte Salz was anfängt auszukristallisieren und das T-Shirt hat auch schon dicke, weiße Ränder. Eigentlich kann man so gar nicht mehr weiterlaufen, aber irgendwie tut man es doch... In der Situation sieht man dann noch Kameraden die stehen bleiben, weil sie vor Schmerzen und Erschöpfung einfach nicht mehr weiter kommen, dann geht man zu denen, lässt sie sich an einem selbst Abstützen (obwohl man sich selbst schon fragt wie man überhaupt noch laufen kann) und eskortiert den Kamerad dann noch zu den letzten Checkpoints und dann zurück bis in die Kaserne. Genau das ist allerdings die Kameradschaft, die sich in der Zeit bei der Bundeswehr aufbaut. Spätestens nachdem man nach Beginn der Schmerzen nochmals 10km zurückgelegt hat, verschwindet der Schmerz als eine Begleiterscheinung die nun mal da ist in den Hintergrund der Wahrnehmung und wird einfach ignoriert. Nach 10 Stunden fast non-stop Marschieren ist man dann auch einfach nur Glücklich, wenn man in der Kaserne angekommen ist und man aus den Kampfstiefeln rauskommt und einfach mal die Beine aufs Bett legen kann. Göttliches Gefühl. Das Gute an der Sache ist, dass der Sonnenbrand mit seinem lächerlichen Brennen einfach unter dem Schmerz der Füße und Waden untergeht. Ein Leiden weniger.
Tja, im Moment laufe ich zwar rum als hätte ich einen Stock im Arsch, aber auch das wird schon werden. Spätestens übernächste Woche, wenn wir von Montag bis Donnerstag Biwak haben, werden die Füße schon wieder fit sein. Nur der Dienstplan für nächste Woche sah sehr... "ungemütlich" aus. Zwei tage hintereinander durchgehend Dienst, ohne Schlaf. Danach nochmal Dienst bis 24 Uhr. Viel im Feld rumgeacker und Ausrüstung schmutzig machen. Und was schmutzig ist, muss auch gereinigt werden - penibelst. Ich glaube nächste Woche wird nicht eine meiner Lieblingswochen...
Posted 2 years, 2 months ago on August 1, 2008
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